Das Ding ohne Haken

Von Jörg Seemann (Text und Fotos)

Wenn der Raps blüht, geht eine kurze, aber tolle Zeit los: Der HORNHECHT ist da! Nachdem ich die ersten verhaltenen Berichte über vereinzelte Hornhechtfänge im Netz gefunden hatte, war für mich klar, ich muss los, auch wenn es eigentlich noch zu früh im Jahr ist, aber manchmal ist die Zeiteinteilung doch fremdbestimmt worden. Also fuhr ich am Freitag in den Angelladen meines Vertrauens, um mir ein paar Seidenschlaufen und einige Spöckets zu kaufen. 

Dort traf ich Alex, der die Idee "Hornhecht" super fand, da er diesen noch nie beangelt hatte.
Also deckte er sich ein und wir verabredeten uns für den nächsten Tag um 0430 als Abfahrtzeitpunkt, da wir noch zweieinhalb Stunden Fahrt vor uns hatten. Die Karten für die Küstengewässer in Mecklenburg-Vorpommern kann man zum Glück online für sechs Euro erwerben und selbst ausdrucken, dann ist wenigstens von dieser Seite aus keine Grenze für solch spontanen Aktionen. 

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Als wir morgens um 7 Uhr an der Ostsee ankamen, zeigte sie sich von ihrer besten Seite, eine stille, idyllisch daliegende Bucht ohne Wellengang. Schnell bereiteten wir uns vor und liefen ins seichte Nass. Es standen bereits ein paar andere Angler in der Bucht, von diesen hielten wir auch den angemessenen Abstand. 

Es war ein zähes Werfen, und wir scherzten schon, ob der Hornhecht jetzt der Fisch der 1000 Würfe ist. Es war einfach anstrengend, drei Stunden ohne einen Biss. Wir entschlossen uns dazu, an den anderen Anglern vorbei raus auf eine Landzunge zu waten, die wir auf Google Earth entdeckt hatten. Wir hofften, dort ein paar Meter gut zu machen. Also quälten wir uns gefühlt eine halbe Stunde durch die Ostsee und fingen wieder an zu angeln.

Dann der erste Biss! Es ging los, man konnte jetzt auch ab und an Ringe sehen! 
Super! Einige würfe später lag der erste Hornhecht im Kescher. Alex bekam auch die ersten Attacken und freute sich über den ersten Hornhecht seines Lebens und wunderte sich auch darüber, wie ein so dünner Fisch so Kampfstark sein konnte! 

Leider standen wir nun nicht mehr allein, sondern wurden regelrecht bedrängt und teilweise warfen andere über unsere Schnüre, was nur noch nervig war. Nach einigen weiteren Fischen beschlossen wir, jetzt eine kurze Pause zu machen und etwas zu essen. Am Auto angekommen, kamen die Fische in die Kühlbox und das Essen und ein kaltes Bier raus, so lebt es gut!

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Während wir noch am Auto waren, packten immer mehr Angler ein und fuhren an "fängigere" Stellen. Das gab Energie, den frühen Nachmittag waren wir fast alleine im Wasser, es war jetzt mehr Wellengang und auflandiger Wind. Das war nicht schön, aber es brachte Fisch und viel Spaß, den man konnte die Hornhechte in den Wellen super beobachten und anwerfen! 

Unser Fazit: Muskelkater in den Armen vom Werfen und Kurbeln, Sonnenbrand im Gesicht und Nacken, Ausrüstung, die gereinigt werden muss, viel Strecke zum fahren...und zwei glückliche und zufriedene Angler mit einem dicken Grinsen im Gesicht! 

Nicht bei allem muss man immer nach einem Haken suchen.
Manchmal gibt es einfach keinen

 

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AM HAKEN