Meine Anglerkarre: Quadratisch, Praktisch, Gut!

Nomen ist nicht gleich Omen: Unser Autor Patrick Schrott hat sich nach reifer Überlegung einen französischen Kastenwagen als Anglerkarre zugelegt. Und festgestellt: Ein Auto muss nicht unbedingt alt sein, um schnell zum Liebling des Fahrers zu werden.

Als vor gut eineinhalb Jahren mein heiß geliebter Skoda Oktavia Kombi so langsam das Zeitige segnete, stand die Frage nach dem optimalen Auto für Job, Hobby und Freizeit im Raum. Dass es nicht nochmal ein Kombi werden sollte, war für mich klar. Nach jeder Session den gepolsterten Innenraum mühsam vom Dreck zu befreien hatte ich einfach satt. Nur: Welche bezahlbare Alternative gibt es? Na klar, so ein schöner T5 wäre ein Traum, aber was bringt mir das schönste Auto, wenn keine Knete mehr fürs Angeln übrigbleibt? Kurz dachte ich über einen Minivan nach, doch da versaut man sich den Innenraum genauso, es war einfach nicht die optimale Lösung für mich.

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Also klapperte ich ein paar Autohäuser ab, um mir ein wenig Inspiration zu holen. „Hmm wie wäre es denn mit einem kleinen Lieferwagen?“ Im Fond Mittelklasse und hinten Platz ohne Ende, das wäre doch was! Noch dazu sind sie recht günstig in der Anschaffung. Zufällig ergab sich die Möglichkeit, einen Peugeot Partner Kastenwagen für ein paar Tage zu testen, und das mit durchweg positivem Eindruck. Durch meine Körpergröße von 1,95 Meter hatte ich die Sorge, dass es durch die Trennwand auf dem Fahrersitz ein wenig eng für mich werden könnte, doch auch hier konnte das Auto mit ausreichend Platz punkten.

Schließlich fiel die Wahl auf einen guten gebrauchten Peugeot Partner Kasten 1,6 HDI Komfort aus Baujahr 2013 mit 90 PS. Ein paar Luxusfeatures bringt er sogar auch mit, Klimaanlage und elektrische Fensterheber gehören ja mittlerweile zum guten Ton. Aber auch die automatische Berganfahrhilfe und die Park Distance Control war schon in so manchen Situation Gold wert. Der ehemalige Servicewagen einer Werkstatt aus erster Hand, mit nur 40.000 Kilometer Laufleistung und lückenlosem Serviceheft, wechselte für schlappe 7000 Euro den Besitzer und war bereit für seinen neuen Einsatz.

Jetzt hieß es erstmal, die Kiste für meine Bedürfnisse zu modifizieren. Als erstes wurde der Innenraum im Laderaum gedämmt, um für eine angenehmere Geräuschkulisse zu sorgen. Dazu kam noch eine Halterung unter dem Dach, auf der Ruten und Futteral einen sicheren Platz finden. Ein paar Kleiderhaken für Jacken und eine Befestigung für E-Motor-Batterien sorgen für Ordnung. Der Laderaum wurde mit einer maßgefertigten Wanne aus Siebdruckplatten und Antirutschmatten ausgestattet. Egal wie nass und dreckig das Tackle ist, der Innenraum bleibt sauber.

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Schön ist das Ding ja nicht, aber mit ein bisschen Kreativität und handwerklichem Geschick lässt sich da noch ein wenig herausholen. Ein Satz schwarze Radkappen aus dem Zubehör wurden mit ein paar Navitas-Aufklebern von der letzten Messe „gebrandet“. Bei Amazon bin ich auf die Sickerbomb-Folie gestoßen, die sich mit ein wenig Ruhe kinderleicht anbringen ließ.

Tadaa! Geht doch, soll ja auch ein bisschen stylisch sein.

Auch ein wichtiger Aspekt ist ja das Thema Sicherheit, oftmals werden Fahrzeuge so dermaßen überladen, dass sie nicht nur eine Gefahr für andere, sondern auch für die Insassen darstellen. Der Partner, mit einer Zuladung von rund 750 Kilogramm bei einem Ladevolumen von ca. 3,7 Kubikmeter, fasst locker das Tackle für einen Wochentrip für zwei Personen. Dank diverser Befestigungspunkte zur Ladungssicherung und einer massiven Trennwand zum Laderaum lässt es sich so sicher reisen.

Sogar eine Karpfenliege lässt sich im Inneren aufstellen, man kann super drin pennen!

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Viele Kilometer reißen wir jedes Jahr für unsere Abenteuer ab, da kommt ein durchschnittlicher Verbrauch von nur sechs Litern Diesel sehr angenehm. Bisher hat mich die kleine Kiste zuverlässig durch Europa gebracht, und ich hoffe, dass sie mich noch ein paar Kilometer begleitet. Außer den üblichen Verschleißreparaturen, die sich leider nicht vermeiden lassen, stellt er sich bisher als wahre Spardose dar.

In diesem Sinne, Schlauche drauf und ab an die Rinne!

Grüße, Schrotti

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