Wir sind in Alaska unterwegs- Fairbanks einfach unvergesslich


Im letzten Jahr waren wir einmal an der Küstenregion, der Kenai Halbinsel, um dort auf Heilbutt und Königslachse zu fischen, dieses Jahr zieht es uns weiter nördlich, um dort nach den Angel- Möglichkeiten zu suchen. Wir haben insgesamt vier Tage Zeit, treffen Eingeborene, die Athabascaner, schauen uns das ursprüngliche Angeln mit Speeren und Fischrädern an, treffen einen ausgewanderten Österreicher und sind viel mit dem Auto unterwegs. 

Die Ureinwohner Alaskas werden in fünf Hauptgruppen unterteilt: Aleuten-Indianer, Nördliche Eskimos (Inupiat), Südliche Eskimos (Inuit), Indianer des Landesinneren (Athabascaner) und Indianer der südöstlichen Küstenregion (Tsimshain, Tlingit und Haida.)

Schon beim Anflug von Anchorage nach Fairbanks wird einem schnell klar: die Eindrücke, die man bei DAX oder dem Discovery Channel gewinnt, sind nicht verkehrt. Riesige Landflächen und eigentlich kaum Zivilisation. Das Leben ist hart hier oben in Fairbanks, eigentlich sieben Monate Winter, Temperaturen um die -20 Grad im Schnitt und ein kurzer Sommer. Hier oben nahe am Nordpol kaum Licht im Winter und kaum Dunkelheit im Sommer. Die Menschen hier sind schlicht, das harte Leben spiegelt sich in vielen Gesichtern. Die amerikanische Air Force hat sich hier oben die Flughäfen für die F16 und F35 Testflüge ausgesucht, weil sich hier einfach niemand beschwert. Viele Menschen arbeiten entweder im Energiesektor auf den Ölplattformen oberhalb von Fairbanks, sind in der Armee, arbeiten in der Landwirtschaft oder gehen kleinen Einzel- Geschäften nach, die hier oben zum Überleben ausreichen. Reichtum ist hier oben selten, im Herbst schiessen viele Menschen hier ihre ihnen zustehenden Elche, fangen Fische für die Tiefkühltruhe zum Essen und auch um ihre Hunde zu versorgen. um die 100 Lachse, entweder Silber- oder Hundslachse benötigt ein Hund im Durchschnitt. Wieso sind Hunde hier so ein wichtiges Thema? Bei den Temperaturen ist das Jagen nur mit Skidoo oder den Hunden möglich, denn bei 2-4 Metern Schnee wird es mit dem Auto kompliziert. Die Menschen bewegen sich alternativ fort oder bleiben einfach zu Hause. Oft erfrieren viele alte Menschen hier oben, ab Mitte September sehen viele daher zu, daß sie weg kommen aus der Region und den Winter woanders verbringen. Am Ende jedoch eine finanzielle Frage. 

Am ersten Tag treffen wir Jerry Evans, hier geboren und aufgewachsen, ein bekannter Radio- Sprecher und Comedian und mittlerweile im Tourismusbüro angestellt, der sich um uns kümmert und uns über die Tage begleiten wird. „Das Leben ist unvergleichlich hier oben. Ich und meine Ehefrau, ebenfalls hier geboren, wollen einfach nicht weg. Wir reisen oft nach Maui oder in den Süden, aber am Ende ist es hier oben hart, aber die Menschen sind ehrlich und direkt. Das gefällt uns!“ Jerry it 58 Jahre alt, sein Sohn studiert hier oben an der Universität Wirtschaftswissenschaften, „Sam will hier auch nicht weg, aber der Trend geht dahin, daß die jungen Leute irgendwann hier wegziehen wollen!“, so Jerry. „Mal schauen, wir bleiben definitv ier!“ 

Jerry sitzt uns in Shorts gegenüber, es geht gleich zum Frisbee- Wettkampf in den Park. „Es sind 12 Grad draussen, aber die Alaskanianer nutzen jedes Wetter, um kurze Hosen anzuziehen. Zu lange ist der Winter.“ Jerry muss lachen, ja ein wenig verrückt klingt es schon, aber so ist es hier. 


Im Morris visitors Center in der City treffen wir Mani, einen der Ureinwohner. Es gibt hier zwei Gattungen im hohen Norden:Die Eskimos, die eigentlich immer an einer Stelle gewohnt haben und die Athabascaner, die Normaden waren und immer der Nahrung hinterher gezogen sind. Im Sommer waren sie im Süden und haben sich von Fisch ernährt und im Winter waren sie im Norden, dort wo man gut jagen konnte. Sie sind jedes Jahr hunderte von Kilometern gelaufen, aber es war nötig. Mani zeigt uns die ursprüngliche Lebensweise seines Volkes, welches stolz und reich an Historie ist. Es gibt ein tolles Museum und er zeigt uns ein ursprüngliches Dorf seines Volkes. Das leben war simpel, man ernährte sich von dem Fleisch der Natur, immer waren Hunde mit dabei. Sir schützten die Familie und meldeten einen Eindringling oder auch mal einen Bären oder Wolf.


Kurz danach geht es schon auf zum Clearwater River

Wir steigen ein ins Auto und es geht 2,5 Stunden südöstlich in den Clearwater River. Dort wollen wir angeln gehen auf Lachs und arktische Äsche (Arctic Grayling hier genannt. 

Dort treffen wir „Reini“, Reinhold Neuhauser.  Er kommt ursprünglich vom Mattsee, nördlich von Salzburg und hatte vor mehr als 20 Jahren ein Stipendium fürs Skifahren bekommen. Ist hier geblieben, hat dann vor 17 Jahren ein Adventure- und Angelunternehmen gegründet. „Die Sommer sind kurz, wir bieten Boot- Fahrten an auf den Flüssen, Angeltouren und Eisangeln im Winter. Unser Ansatz ist es, daß wir auf qualitative Abenteuer setzen, wir wollen den Menschen das ursprüngliche un natürliche Alaska zeigen. Kein Bullshit!“ So setzt er sich als Österreicher immer wieder jedes Jahr durch, lebt mit seiner Tochter hier und lebt seinen Lebenstraum. Wir laden sein Boot vom Trailer, ziehen die Wertlosen an und fahren den Clearwater River hinab. Er hat seinen Namen nicht umsonst. Er ist so klar wie ein Aquarium. Nicht zu tief, ca. 3 Meter maximal, er friert nie zu und als Fische gibt es hier eine Menge Weissfisch, Arktische Äschen und natürlich Lachse. 

Wir sehen kurz nach der Abfahrt schon Äschen und Weissfisch, der hier vor Ort gegessen wird und aufgrund der Wasserqualität eine Delikatesse darstellt. 

Arktische Äschen- einfach spektakulär

Wir angeln mit kleinen Jiggs auf Äschen und fangen nach kurzer Zeit einige, deren Größen und Farben der Rückenflossen einfach immer wieder sehr speziell schön sind. Hier werden sie sehr groß, bis zu 60 Zentimeter. Die wunderschönen Rückenflossen der Äschen sind einfach fantastisch, jeder Fisch hat eine andere farbliche Kennung. 

Plötzlich tauchen mitten im Fluss wunderbar rot gefärbte Silberlachse auf, die den Fluss hinauf wandern. Sie verweilen immer wieder in den mitten im Fluss befindlichen kleinen Becken. Dort stehen Sie, dort hält Reini an, wir werfen die Steamer mit Spinner und auch mit Fliegenrute fünf bis zehn Meter vor die Fische in die Strömung, lassen sie zu Boden fallen und animieren dann die Streamer. Darauf springen die Lachse an und steigen ein. 

Einfach ist es nicht, da sie Strömung stark ist und die Tier stets in Bewegung sind. Nach zehn Minuten fangen wir den ersten Lachs. Wunderschön, einzigartig, wie jeder andere Fisch auch. 

Drei weiter folgen in den nächsten zwei Stunden, wir wechseln immer wieder den Spot, da wir ständig wie die Lachse in Bewegung sind. 

Wir sehen Elche von majestätischer Größe, direkt vor uns am Flussrand kommt gegen Abend ein Bärenjunge mit Mutter ins Wasser und die kleine Familie jagt die ersten aufsteigenden Lachse im Fluss. 

Yukon River- der Mythos 

Am nächsten Morgen geht es an den Flughafen, wir wollen an den Yukon River , vier Stunden Flug mit dem Buschflugzeug liegen vor uns. Aber wir kommen nicht raus, es zieht eine Schlechtwetter Front vorbei und wir können einfach nicht starten. Wohin dann? Wir fahren zur Delta Junction mit dem Auto zwei Stunden, wieder am Haus des Weihnachtsmannes vorbei zum Quartz Lake. 

Dort angeln wir einige wunderbare Forellen und Lachse vom Boot aus. Als uns langweilig wird, entschließen wir uns nach drei Stunden wieder zum Clearwater River zu fahren, 15 Minuten von hier und am Rand entlang zu angeln. Leider haben wir kein Boot, aber die Äschen fangen wir trotzdem. 

Elche werden auch gerne von Braunbären gejagt

Ein Boot fährt vorbei an uns, da wir nicht mehr weiter kommen hält er an. Ein netter Amerikaner, ca. 35 Jahre alt „Ihr Jungs, wo wollt ihr hin? Seid vorsichtig, die Bären sind hungrig!“ Erst gestern hatte er einen bei der Elchjagd 500 Meter von hier erschossen. Der Bär wollte den Elch aufessen. 

„Ich musste sofort handeln!“ Die Braunbären hier in der Gegend hören die Schüsse, folgen dem Geruch und versuchen den Elch zu kriegen! Lebensgefährlich, wir sind immer zu zwei unterwegs.“ so Cory. Er verdient sein Geld mit dem Verkauf von Holz, das wird hier immer gebraucht. „Ihr solltet hier nicht rumlaufen! Zu gefährlich!“ Er fährt uns ein wenig zu seinen Pools, dort wo er Lachse fängt. Leider sind heute überhaupt keine da, auch nach 30 Minuten suchen. „Sie kommen in Schulen! Noch zu früh“, gibt Cory vor. Kommt in einer Woche wieder, da jage ich die hier am Rand mit Pfeil und Bogen. Lustig, geht leider nicht, da sind wir wieder in Deutschland. 


Es geht zurück zum Auto, 2,5 Stunden Fahrt, wir sind wirklich kaputt und trotzdem gehen wir noch in ein tolles Restaurant. dem Silver Clutch, außerhalb von Fairbanks. Steak und ein Bier und dann ab in die Falle. 


Fairbanks ist toll, natürlich, ehrlich und direkt. Brutal im Winter, mit viel Tradition und einer Menge Natur und toller Umgebung. Wir kommen wieder, denn angeln im Clearwater River ist eine einmalige Sache! 

Die Anreise ist vergleichsweise einfach: mit Condor von Frankfurt aus nach Anchorage.

Infos: 

Fairbanks generell

unter: 

http://www.alaska.org/destination/fairbanks/visitor-information

https://www.explorefairbanks.com

Morris Visitors Center:

Einfach zu finden in Fairbanks:
101 Dunkel Street, Suite 111

Fairbanks, AK 99701-4806

Lodge:

https://atasteofalaska.com/de/

Schiffsfahrt:

http://riverboatdiscovery.com/

Brauereien:

Cool, nette Ambiente und nur zwei Bier pro Person

http://www.hoodoobrew.com/




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