Aus dem Leben eines Spinnfischers

Text: Dennis Knoll

 

Ein flüchtiger Blick auf meine Finger zeigt es ganz deutlich: Die innere Unruhe hat wieder eingesetzt, und meine Nägel mussten darunter leiden. Ich gebe es zu, wenn ich unruhig bin, fange ich an, meine Fingernägel zu kauen. Eine nervige Angewohnheit. Aber warum werde ich gerade jetzt so unruhig? Der Grund ist ganz einfach: Im April beginnt auch für mich die Schonzeit. Und dabei habe ich als eingefleischter Fan des Angelns in den Niederlanden noch bis einschließlich März die Chance, den Hechten und Zander nachzustellen. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie es für mich wäre, würde die Schonzeit bereits am ersten Tag des Jahres beginnen, so wie es für viele andere deutsche Angler der Fall ist.

Eigentlich klingt eine Zeit, sich zu schonen (ja ich weiß, eigentlich den Fisch), ja ganz angenehm. Aber erzähle das mal meinen Nerven. Denn die werden alles andere als geschont. Eine Alternative muss her!

Von vielen anderen Anglern lese ich, wie diese in der Schonzeit ihr Tackle säubern, die Köder sortieren und sich Angelvideos anschauen. Das wäre nichts für mich. Das ist ja, als würde man sich einen Schmuddelfilm anschauen und nicht ran dürfen. Man macht sich quasi heiß aufs Angeln, kann aber nicht ans Wasser gehen.

Zum Glück bin ich da ein wenig flexibler. Auch wenn die Spinn- und Raubfischangelei meine favorisierende Angelei ist, so bin ich auch für alle anderen Techniken zu begeistern. Wir haben so viele Möglichkeiten, unsere Leidenschaft auszuleben. Und wenn nicht jetzt in der Schonzeit, wann dann? Die verfügbare Zeit nutze ich jetzt dazu, um endlich mal wieder ein paar Plattfische in der Brandung zu fangen. Oder aber um mit Freunden in den Forellenpuff zu fahren, damit wir ein paar Streifenbarsche und Störe an den Haken bekommen. Egal wie, Hauptsache ich verbringe Zeit am Wasser. Meine Fingernägel werden es mir danken …

 
AM HAKEN